Status

Challenge 1-100.000 km Status 30577 km driven since 06.06.2021 Remaining 69423 km

Ein Jahr ist vergangen! Am 24.11.2020 habe ich mit Manne Hämmerle telefoniert und wir haben uns überlegt, wie man am besten die Harley Davidson „Panamerica“ in den Markt der Adventure Bikes einführen kann. Wir haben eine „Vision“ und „Mission“ definiert und am 05.12.2020 wurde das Projekt 1-100.000 km unserem Team von K+M Harleyworld vorgestellt.

In Anbetracht der Fakten, dass Mitbewerber auf dem Markt der Adventure-Motorräder sich schon lange auf dem Markt etabliert haben, musste bei der Projektentwicklung vor allem die Verwendbarkeit, die Zuverlässigkeit und auch die Nachhaltigkeit des neuen Motorrades im Vordergrund stehen. Action Videos hatte Harley Davidson schnell online gestellt. Unser Anspruch war aber ein Konzept zu entwickeln, wo ein „Normalfahrer“ und kein „Stuntfahrer“ das Motorrad ausgiebig testet. Es war in unseren Augen wichtig, viele Kilometer in einer kurzen Zeitperiode zu fahren und dabei alle Einsatzfacetten des Motorrades einzubringen und so diese Neuentwicklung auf eine besondere Art herauszufordern. Es war uns auch klar, dass ein neues Motorrad Stärken und Schwächen haben wird, die es galt daher schnell herauszufinden und intern zu kommunizieren, sowie bei auftretenden Problemen schnelle Lösungen zu finden. Wir mussten innovativ sein und hatten auch den Mut,

durch kontinuierliche Verbesserungen das Motorrad in Augenhöhe mit den Produkten der Mitbewerber zu vergleichen und zu bewerten.

Wir wollten fair und unvoreingenommen sein. Daher haben wir das Projekt nur zwischen K+M Harleyworld und Biker.Jo / Facesinthewind entwickelt. Dadurch waren wir frei um ohne Einfluss von Sponsoren selbst das neue Motorrad auch zu verändern und auch wieder diese Veränderungen Tests zu unterwerfen. Das Motorrad gehört mir und ich bin seit dem 25.06.2021 schon
30577 km im Sattel gesessen.

Bei den ersten 10.000 km ging es in einer Challenge 1

darum, die Verwendbarkeit des Motorrades unter die Lupe zu nehmen. Wir haben viele Passtrassen und Schotterpisten unter die Reifen genommen und haben schnell festgestellt, dass das Attribut „Adventure Motorrad“ noch einige Überraschungen bereithält. Harley Davidson war zu diesem Zeitpunkt noch in einer Entwicklungskurve, was die Entwicklung von Zubehör angeht. Protektion, gepaart mit Funktionalität machen ein solches Motorrad für die wirklichen Offroad / Allroad Fahrer erst verwendbar.  Angefangen bei den Reifen, über Handprotektoren, Fußrasten, Seitenständerverbreiterung, Gepäck System und Halter für Navigation Geräte wurden im Juni und Juli Optimierungen vorgenommen, wonach eine PAN 1250 Special ein zu einem absolut verwendbaren Adventure Bike in Augenhöhe der Mitbewerber mutierte.

Die zweiten 10.000 km im Juli / August waren der erste Härtetest. Unsere PAN mittlerweile mit Namen „Elvis“ weil der Motor so singt, war mit Sicherheit die erste Panamerica die sämtliche Alpenpässe mit einer Passhöhe von über 2000 m NN von Frankreich bis Slowenien innerhalb kürzester Zeit gemeistert hat.

Damit nicht genug, waren wir am 14.07 auf dem Col de Sommelier, dem höchsten Schotterpass der Alpen, dessen 3009 m / NN wurden bei 0 Grad und Schneefall bewältigt. Danach waren alle anderen und bekannten Schotter – Militärstraßen an der Reihe. Da der Sommer im August nicht besonders warm war und so langsam Zuverlässigkeitstests auf dem Programm standen, sind wir mal eben nach Korsika gefahren. Bei 40 Grad und höherer Außentemperatur hat „Elvis“ bei Bastia seine erste Erfahrung auf Sand gemacht und auch alle Pässe der Insel befahren. Es wurde mehr und mehr optimiert um unsere PAN Elvis für die Challenge 2, Marokko fit zu machen.

Am 21.09 ging es los nach Marokko

Dort hat „Elvis“ alte Rally Dakar Tracks aktiv besucht, die große Düne bei Merzouga, den Erg Chebbi umrundet, um dann auch im hohen Atlas alle hohen Pässe zu befahren. Dazu gehörte auch der Col der Ouano, welcher mit seinem 2910 m / NN als der höchste Pass des hohen Atlas gilt. Am 21.10 war „Elvis“ ohne größere Blessuren mit Jo zurück und hatte 29210 km auf dem Tacho. Ich war wohl im Anschluss der älteste Lehrling in der Werkstatt von K+M Harleyworld und habe dann in 3 Tagen die notwendige Inspektion selbst und unter Aufsicht durchgeführt.

Gleich im Anschluss habe ich mich in den Sattel geschwungen und bin an einem Stück nach Hamburg gefahren. Am 31.10 wurde die PAN in einen Container verpackt und schippert seit dem 08.11 mit Artgenossen von KTM, Honda und BMW in Richtung Chile.

Was will man mehr! Die Verwendbarkeit und Zuverlässigkeit hat die „HD Panamerica“ als Neuentwicklung von Harley Davidson durch unser Projekt schon jetzt umfassend unter Beweis gestellt. Wahrscheinlich wird auch so schnell keine andere PAN in so kurzer Zeit 30.000 km und davon gut 15% auf losem Untergrund gefahren sein. Auch hat die „PAN“ alle Spielplätze besucht, wo sich seit langer Zeit keine Harley aber dafür die Motorräder der Mitbewerber tummeln. Chapeau Harley Davidson und danke K+M Harleyworld.

 

Unsere Challenge 3 beginnt am 03.01.2022

Hierbei geht es dann um den letzten Punkt unserer Mission, der Nachhaltigkeit! Ich plane von Santiago aus erst mal über Patagonien 5500 km nach Feuerland zu fahren, um dann bei Ushuaia auf der Panamericana mit der Harley Davidson Panamerica wieder Richtung Norden zu fahren. Prudhoe Bay in Alaska wollen wir im Juli 2022 erreichen. Das ist der Plan und wir sind guter Dinge, dass „Elvis“ und Jo durchhalten werden. Schwierig werden die geplanten 45000 km ohnehin. Unkalkulierbare Faktoren sind hierbei „Corona“ aber auch ein Unfall kann leicht passieren.  Risiken werden wir bei dieser Challenge täglich bewerten und auf ein akzeptables Niveau bringen. Ich plane alle hohen Gravel Anden Pässe zu befahren. Irgendwie zieht es mich und Elvis immer nach oben und hoffentlich erreichen wir auch ganz oben Alaska ohne größere Blessuren und vor allem gesund… 

 

Zusammenfassend haben wir mittlerweile auf der Arbeitsebene einen regen Erfahrungsaustausch mit Harley Davidson etabliert. Touratech, SW Motech, Hepco und Becker und andere Zubehörfirmen haben nun die PAN auf dem Schirm.

Das Motorrad „Elvis“ hat schon jetzt Geschichte geschrieben und unsere Reise geht weiter.

Wir leben unser Motto… das geht nicht sagten alle und dann kamen welche, die wussten das nicht und haben es einfach gemacht …

 

Euer Jo